Wenn man ein Kind hat, lernt man allerhand neue Krankheiten kennen. Freitag abend, als ich aus der Uni kam, meinte Ramon, das der Kleine Temperatur hätte. Samstag morgen war Niklas immer noch am glühen, daher bin ich mit ihm nach Sankt Augustin in die Notfallpraxis gefahren. Die haben einen Scharlachschnelltest gemacht, der zum Glück negativ war. Diagnose: Grippaler Infekt. Sonntags war es dann auch besser und Montags bin ich eigentlich nur nochmal zur Sicherheit zum Kinderarzt gegangen. Der meinte auch, grippaler Infekt, den muss er auskurieren. Montags abends bin ich zur Uni gefahren und als ich wieder zu Hause war, hat Niklas geröcheltund gerasselt beim atmen, das haben wir noch nicht gekannt. Die ganze Nacht bin ich ständig aufgestanden, hab mit dem Kleinen auf dem Sessel gesessen, damit er ordentlich atmen konnte. Dienstag bin ich dann wieder zum Kinderarzt, weil auch das Fieber wieder über 39 Grad gestiegen war. Da haben wir 2 Std im Wartezimmer gesessen und sind dann dran gekommen, weil eine andere Mutter nach vorne gegangen ist und gemeint hat, Niklas ginge es schlecht. Man will ja selbst nicht als hysterisch gelten, aber dieser Frau war ich unendlich dankbar. Und dann ging alles sehr schnell, der Arzt kam sofort, hat geguckt, einen Abstrich gemacht und die Diagnose Krupphusten gestellt. Niklas hat ein Penicillinzäpfchen bekommen und ist auf dem Wege der Besserung. Aber die letzten drei Tage waren für Ramon und mich nicht lustig. Ich war die Woche auch noch nicht arbeiten, weil man selber erstens nicht schläft und zweitens das Kind die volle Aufmerksamkeit und Anwesenheit braucht. Mittlerweile ist Niklas wieder soweit hergestellt, das ich ab morgen wieder arbeiten und in die Uni gehen werde. Er hat auch rausbekommen, das es Vorteile hat, wenn man krank und leidend ist, aber an seiner Schauspielkunst muss er noch arbeiten. Das was er heute nachmittag abgeliefert hat, hat uns zwar den letzten Nerv geraubt, aber es war definitiv nicht mehr krank